Archiv für Juli 2003

Urlaubsplanung – Tour de France

Sonntag, 27. Juli 2003

Eine meiner zwei Hausarbeiten hab ich jetzt schon fertig, die muss ich nur noch mal korrekturlesen bevor ich sie dann im Laufe der Woche abgebe (Abgabetermin ist am Freitag). Und bei der anderen hab ich noch nicht angefangen, das sollte ich aber heute noch machen. Damit rücken die eigentlichen Ferien für mich abermals ein Stückchen näher.

Damit rückt auch mein Urlaub näher: am 7. August fahre ich mit meinem Freund nach Frankreich, eine gute Woche Camping-/Jugendherbergsurlaub wird das geben. Damit kann man die Kosten deutlich senken, ich möchte nicht wieder so viel Geld ausgeben wie teilweise schon bei vergangenen Urlaubsreisen. Ins Geld geht vor allem, wenn man jeden Tag essen geht. Das wollen wir verhindern, indem wir selber für die Verpflegung sorgen: einiges nehmen wir mit (z.B. Konserven) und den Rest können wir ja dann vor Ort in Supermärkten und Bäckereien kaufen.
Über die genaue Route sind wir uns noch nicht so ganz klar, im großen und ganzen wird sich das aber auf Ostfrankreich – und damit das Elsass und die Vogesen hauptsächlich – beschränken. Das ist ja auch eine sehr schöne Gegend und wohl auch nicht so überlaufen wie manch andere Region in Frankreich. Und meine Sprachkenntnisse kann ich dabei auch mal wieder auffrischen, seit ich aus der Schule raus bin, hab ich kaum mehr französisch gebraucht. Hoffentlich hab ich nicht allzu viel verlernt!

Wo wir schon mal bei Frankreich sind auch noch ein paar Worte zur Tour de France: Jan Ullrich hat ja zweifellos eine starke Leistung hingelegt, aber um Lance Armstrong wirklich zu schlagen, hat es wieder mal nicht ganz ausgereicht. Gestern im Zeitfahren waren die Umstände wohl gegen ihn, er hatte trotz der für ihn ungünstigen Umstände ja bereits 10 Sekunden herausgefahren, als er gestürzt ist. Damit war’s natürlich aus mit den Hoffnungen. Wobei ich ehrlich gesagt auch so nicht ganz geglaubt habe, dass er Armstrong 65 Sekunden hätte abnehmen können. Es wäre schon schön gewesen…. Jan Ullrich hätte bei einer Alpen- oder Pyrenäen-Etappe 2 Minuten auf Lance Armstrong herausfahren müssen, so wie seinerzeit nach Andorra. Aber na ja, Jan Ullrich kann auch nächstes Jahr noch gewinnen 🙂
So gut ich die Berichterstattung dieses Jahr auf ARD/ZDF und Eurosport auch fand, einiges hat mich doch gestört. Gestern zum Beispiel haben sich die Moderatoren im Dummschwätzen geradezu überboten. Irgendwann hab ich dann den Ton ausgemacht weil ich es nicht mehr ertragen konnte. Dabei mussten sie gestern gar nicht 7 Stunden am Stück reden wir bei den langen Bergetappen, da hab ich ihnen so manchen Blödsinn verziehen, den sie gegen Ende von sich gegeben haben. Aber 7 Stunden live-Übertragung ist ja auch nicht ohne.
In diesem Sinne: Vive le tour, vive Jan Ullrich!

Ferien, Bush und Saddam …

Mittwoch, 23. Juli 2003

So jetzt ist’s schon wieder fast zwei Monate her, dass ich hier etwas reingeschrieben habe, aber es waren turbulente Zeiten für mich. Der Endspurt in der Uni war teilweise recht hart, ein Referat und zwei Klausuren (die eine hätte ich auch bleiben lassen können) fielen bei mir in gut einer Woche zusammen. Aber ich hab’s geschafft, jetzt hab ich Ferien.
Na ja, fast. Ich muss noch zwei Hausarbeiten und einen Essay schreiben. Bei der einen Hausarbeit hab ich die Hälfte schon, den Rest hab ich noch nicht mal angefangen. Na ja, wenn ich das so in zwei Wochen hinter mir hab, kann ich meine Semesterferien dann erst mal genießen.

Heute las ich in der Zeitung einen Bericht über desillusionierte Erstsemester, dabei auch ein Kommilitone mit dem ich zwei Seminare zusammen hatte. Leider hat er beide nicht mehr bis zu Ende besucht, was mich eigentlich gewundert hat. Seine Referate hat er recht gut absolviert gehabt und erst gegen Ende des Semesters kam er dann nicht mehr. Das fand auch die Dozentin schade aber irgendwie scheint er sich wohl übernommen zu haben. Vielleicht hat er ja im nächsten Semester mehr Erfolg.

In den USA geht’s ja irgendwie rund in den letzten Tagen, ebenso in Großbritannien. Alle paar Tage gesteht in den USA jemand anderes, dass er daran schuld sei, dass Präsident George Dabelju Bush die Fehlinformationen über Urankäufe des Irak in seine Rede vor dem Kongress verwendet hat. Mal war’s der CIA Direktor, dann wieder die Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice. Und in Großbritannien bringt sich der Berater des Premierministers um nachdem er der BBC gestanden hatte, dass die Briten sich auch auf Fehlinformationen stützten. Langsam bröckelt das letzte bisschen des Fundaments, was von der Begründung des Irak Krieges noch übrig ist. Die viel zitierten Massenvernichtungswaffen wurden ja nach wie vor nicht gefunden. Ja was bleibt denn da eigentlich noch an Kriegsgrund? Denn ein Krieg ist der schwerwiegende Eingriff in die Souveränität eines anderen Landes. Der derzeitige Irak hat de facto keine Souveränität mehr, er ist ein Überseegebiet der USA im Moment. Allerdings keines, in dem die Amerikaner sich rühmen könnten, für Ordnung gesorgt zu haben. Täglich gibt es dort neue Bombenanschläge. Und Saddam Hussein ist immer noch nicht gefasst. Zwei seiner Söhne wurden gestern erschossen, im US Kartenspiel zwei Asse. Aber von Befriedung kann dort noch lange nicht die Rede sein. Eigentlich sollten die Amerikaner mittlerweile gelernt haben, dass das heutzutage nicht mehr so einfach geht mit Krieg führen und danach für Ordnung sorgen. Wenn man mal die Liste der gescheiterten Operationen durchsieht… Vietnam … Nicaragua … Iran … Diese Liste könnte man fast beliebig fortsetzen. So gut wie keine Militäroperation der vergangenen 50 Jahre war wirklich ausnahmslos erfolgreich. Stark zu denken sollte einem vor allem geben, dass die Amerikaner in der Geschichte immer wieder die Seiten gewechselt haben. Saddam war im Konflikt mit dem Iran gut genug als Alliierter, Bin Laden wurde mit US-Waffen gegen die Sowjets ausgebildet. Merken die Amerikaner nicht, dass sie mit ihrer Einmischung permanent Fehler der Vergangenheit wiederholen?

Lange hab ich mir überlegt, ob und was ich zum Tod von Jürgen W. Möllemann schreiben soll. Vor allem, da er in meinem letzten Eintrag auf dieser Seite auch auftaucht im Zusammenhang mit dem Bürgerkonvent. Ob und was an diesem Zusammenhang dran ist, wird sich wohl jetzt nicht mehr aufklären. Um den Bürgerkonvent ist es ruhig geworden und Möllemann ist tot. Als ich die Meldung von seinem Tod gehört habe, hab ich im ersten Moment gar nicht geglaubt, dass das stimmt. Aber mit Todesmeldungen spielt man nicht, nach kurzer Recherche in verschiedenen Medien hab ich’s dann doch geglaubt. Aber warum bringt sich jemand wie Jürgen W. Möllemann um? Eigentlich war er ja als ziemlich selbstbewusster Mensch bekannt. Offensichtlich waren die öffentlichen Anfeindungen und Demütigungen der letzten Monate aber zu viel für ihn. Irgendwann hat auch ein Mensch wie Möllemann genug davon. Eines muss man ihm aber lassen: sein Tod war theatralisch, ganz wie man es von Jürgen W. Möllemann bekannt ist.
Als dann einige Tage später die ganze Affäre um Michel Friedman bekannt wurde, hab ich mir im ersten Moment – wahrscheinlich wie viele – noch gedacht "Wenn das Möllemann noch erlebt hätte…". Beide sind nicht perfekt, Möllemann war wahrscheinlich zuletzt derjenige, der von Fettnapf zu Fettnapf stolperte (man denke nur an sein Flugblatt – das in den Aussagen teilweise gar nicht falsch war, aber in der Ausführung und im Zeitpunkt wirklich sehr unangebracht war). Doch den Rang hat ihm dann Michel Friedman posthum doch noch abgelaufen. Koks hätte man ihm ja wahrscheinlich in der Öffentlichkeit alleine noch verziehen – Herr Daum arbeitet ja auch wieder erfolgreich als Trainer. Das mit den Prostituierten dürfte ihn wohl aber noch länger nachhängen, gerade weil seine Freundin Bärbel Schäfer heißt und in der Fernsehlandschaft auch nicht gerade eine Unbekannte ist. Ich bin ja mal gespannt, wann man wieder etwas von Michel Friedman hören wird. Ich denke, er wird zurückkehren – früher oder später.


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