Archiv für September 2005

Was nun, Deutschland?

Montag, 19. September 2005

Tja, was machen wir denn mit dem Wahlergebnis… Dass es so kommt, hätte man wohl echt nicht so ganz geblaubt bevor’s gestern die ersten Prognosen gab. Da werden wohl noch so einige Köpfe rollen in den beiden großen Parteien, auch wenn sich alle als Sieger geben.

Amüsant fand ich die Reaktion von Edmund, als er gerade beim ARD-Menschen stand und die zu dem Zeitpunkt ne neue Prognose hatten, auch mit den Zahlen zu Bayern. Beim Schnitt zurück auf Edmund sah man nur noch seinen silbernen Hinterkopf am Bildrand verschwinden. Fast -10% hat er wohl nicht wahrhaben wollen.

Aber zurück zur Eingangsfrage: die Jamaika-Koalition hat ja die Phantasien ziemlich angeregt. Nur was bringt uns das? Bei Jamaika geben sich die Grünen selber auf, bei einer Ampel wird die FDP nicht gut reinpassen. Deswegen gibt es auch die starken Aversionen der beiden zu diesen Möglichkeiten. Eine große Koalition ist da wohl die bessere Alternative. Aber wer führt die an? Das muss wohl noch ausgepokert werden. Beziehungsweise beim Skat ausgekloppt werden, der Gerd spielt ja gerne Skat als Ehrenskatspieler.
In Skandinavien gibt’s ja auch sowas wie ne Minderheitenregierung, das klappt dort sogar recht gut. Aber ich denke nicht, dass das in Deutschland möglich ist, dazu sind die deutschen Politiker viel zu verbohrt. Da will keiner nen Kompromiss eingehen, die sind alle viel zu machtgeil.

Man sollte sich auch mal die einzelnen Bedeutungen der Farben in der Landesflagge von Jamaika auf der Zunge zergehen lassen: Grün für die Hoffnung und die Landwirtschaft (okay, Künast macht den Job ja ganz gut), Gelb für das Geld und die Schönheit des Sonnenlichtes (Guido als Finanziminister überstrahlt mit seiner Schönheit das gesamte Kabinett) und Schwarz steht für – ja da staunt man – die schweren vergangenen Tage der Nation. Es war schon schwer unter einer schwarzen Regierung, die Blühenden Landschaften wurden nix, die Schulden stiegen und die Arbeitslosigkeit ebenso. Darum bin ich dafür, dass wir diese schweren vergangen Tage in der Vergangenheit lassen und nicht neu aufleben lassen 🙂

In diesem Sinne: Es muss doch besser kein Reggae durch Deutschland gehen!

Wahlsonntag

Sonntag, 18. September 2005

Heute ist der erste Wiesn-Sonntag. Wie das schon fast traditionell so ist, findet heute auch eine Wahl statt, heute mal wieder die Wahl zum Bundestag und damit zum Bundeskanzler. Eigentlich wollte ich dieses Jahr nichts dazu schreiben, aber irgendwie scheint das in allen Blogs aufzutauchen, dann kann ich ja auch nicht fehlen. Also auch mal ein paar Gedanken von mir zu dem Thema.

Was man dieses Mal wählen soll, ist irgendwie schwerer denn je. Keine Partei bietet wirklich überzeugende Konzepte für eine Abkehr vom derzeitigen Krisengejammere, dass alles so schlecht sei. Meiner Meinung nach krankt Deutschland aber gar nicht so sehr an den Strukturen als am Glauben der Menschen, dass es vorwärts geht. Die Deutschen waren zu lange zu sehr verwöhnt davon, dass es üppige Lohnerhöhungen gab (man muss sich nur mal Tagesschau vor 25 Jahren anschauen: "IG Metall fordert 10% Lohnerhöhungen". Damals ging sowas tatsächlich). Es geht Deutschland nicht so schlecht wie viele immer rumschreien. Denn solange sich die Leute noch in Nachmittagstalkshows über irgendwelche Nichtigkeiten streiten können, kann die Lage so schlecht nicht sein.

Im Heise Newsticker habe ich vorhin einen interessanten Artikel über morgen vor 40 Jahren gelesen. Damals war eine Prognose um 18:00 Uhr noch undenkbar, die erste Hochrechnung gab es um 21:43 Uhr, was einer Sensation gleich kam. Vorher war allenfalls am nächsten Morgen mit verlässlichen Zahlen zu rechnen. So ändern sich die Zeiten, das muss man heute alles schon um 18 Uhr haben, um 21:43 sind meist schon die Mehrzahl der Wahlkreise ausgezählt. Ich finde das auch gut, man will schließlich wissen, was nun rausgekommen ist. Ich verstehe es bis heute nicht, warum es in HighTech-Ländern wie den USA nicht annähernd so schnell geht. Klar, dort gibt es verschiedene Zeitzonen, die das verzerren. Aber es ist nun wirklich kein Hexenwerk, innerhalb von wenigen Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale ein verlässliches Ergebnis zu haben. Auch ohne Wahlstimmeninterpretationsproblemen.

In Dresden I wird ja in zwei Wochen erst gewählt, allerdings erwarte ich da keine großen Verschiebungen. Das macht vielleicht mal nen Sitz hier oder da aus, aber das sollte am Gesamtergebnis nicht so viel verändern. Maha rechnet ja mit einer Ampelkoaliton, so ganz unlogisch klingt das auch nicht mal. Allerdings dürfte eine solche Regierung extrem an Bundesratsblockaden kranken. Denn leider reicht es nicht, wenn sich Länder, deren Koalitionen noch die Union dabei haben, einfach enthalten. Die Mehrheit im Bundesrat muss absolut sein, und da dürfte eine Ampel arge Probleme bekommen. Es gibt lediglich eine Landesregierung, die sich in der Ampel wiederfinden würde: Rheinland-Pfalz ist rot-gelb regiert. Die Grünen sind nirgendwo mehr in der Landesregierung und die SPD regiert nirgends alleine. Aber nicht mal mit einer Großen Koalition wäre der Sache arg geholfen, das ist immer noch keine solide Bundesratsmehrheit. Nur eine schwarz-gelbe Regierung kann im Bundesrat auf eine feste Mehrheit vertrauen. Aber will ich Angie?

So als kleine (Wahl)Ankedote am Rande: Wer weiß, was ein Analog-Wiki ist? Hier kann man’s rausfinden (mit Bild).

Serverausfall und Wiesn-Streik

Freitag, 16. September 2005

Irgendwie steht der heutige Tag nicht unter einem besonders guten Stern. Heute Früh bin ich schon mit Kopfweh aufgewacht, was heute auch den ganzen Tag nicht so richtig weggegangen ist.

Dann ist heute noch der SJ-Server ausgefallen. Das wäre an sich gar nicht so dramatisch und würde mich nicht derartig ärgern, aber ich kann nichts dagegen machen. Meine begrenzten Einflussmöglichkeiten darauf haben alle keine Wirkung, weil ich mich gar nicht erst beim Server anmelden kann. Und derjenige, der die entsprechenden Passwörter hat, ist gerade im Urlaub. Das ist auch sowas typisches, kaum ist man mal weg, passiert was. Ich hoffe, der (vermutliche) Hardware-Defekt am Server verdirbt ihm den Urlaub nicht zu sehr!

Morgen geht nun also mal wieder das Oktoberfest los, dieses Jahr werde ich wohl nicht hingehen. Zum einen ist morgen eisiges Herbstwetter mit Dauerregen angekündigt und zum anderen hab ich auch gar keine große Lust auf Wiesn in diesem Jahr.
Als Hiobsnachricht habe ich heute noch gehört, dass ver.di eventuell eine Wiederholung des Warnstreiks von gestern plant, sollten die Tarifverhandlungen weiter festsitzen. Angedacht wäre dafür Samstag in einer Woche, also ein wunderbarer Wiesn-Samstag, vermutlich auch noch mit Fußballspiel. Und das alles ohne U-Bahn, das kann ja heiter werden!

Strike!

Donnerstag, 15. September 2005

Heute war es also mal wieder so weit: ver.di lässt München Kopfstehen!

StreikNa ja, ganz so schlimm war es dann zwar doch nicht, aber ver.di hat einen Streik bei der MVG, dem Betreiber von U-Bahn, Tram und der Mehrzahl der Buslinien im Stadtgebiet angezettelt. Es fuhren lediglich die Busse der privaten Unternehmer in einem eilig zusammengezimmerten Notnetz, das aus dem Nachtliniennetz und noch einigen weiteren Linien bestand.

Schon ganz witzig, wenn man einer Frau am Hauptbahnhof erklärt, dass sie nicht mit der U5 zum Lehel kommt, sondern mit der Nachttram, die heute tagsüber und als Bus fährt. Sie hat dann ein Taxi genommen 🙂

Die Ersatzbusse waren teilweise proppenvoll und teilweise fast leer, da war die Vorhersage der Auslastung offenbar nicht so gut gelungen. Die Linienführungen waren teilweise auch recht kreativ, da die Busfahrer vermutlich zum ersten Mal auf den Strecken gefahren sind, die ja zu guten Teilen an sich von Trams bedient werden. Da hat man auch gemerkt, dass ein schienengeführtes Verkehrsmittel teilweise einfach Vorteile hat, das kommt um viel engere Kurven auch noch mit langen Fahrzeugen rum, ohne irgendwo anzuecken.

Wie vor knapp 3 Jahren beim letzten Streik blieb das wirklich große Chaos auch dieses Mal aus, der Straßenverkehr war dichter als normal, die S-Bahn voller als sonst und die Rad- und Fußwege regelrecht überfüllt, aber der gemeine Münchner (homo monaciensis) lässt sich von sowas doch nicht unterkriegen. Wo kämen wir denn da hin, wenn man sich von den Roten ins Boxhorn jagen lassen würde 🙂

Arroganz scheint was feines zu sein

Sonntag, 11. September 2005

Ich weiß ja nicht, wie das andere Leute sehen, aber manchmal wundere ich mich, wie weit Arroganz ausstrahlen kann. Und wie es manche Leute schaffen, mich damit vollends zur Weißglut zu treiben. Ich bin ja an sich ein relativ ruhiger Zeitgenosse, aber mit einigen Dingen kann man mich echt ärgern. Aber mehr sag ich besser gar nicht erst, ich kann’s ja doch nicht ändern….


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