Was ist sinnvoll im Netz?

Autor: Florian Schütz — Montag, 10. Dezember 2007 um 20:49 Uhr

Heute fragte mich mein Chef, wie er seinen 10-jährigen Sohn für den Computer begeistern könne. Auf Youtube surft der Bub schon rum, aber es solle auch was sinnvolles sein. Da musste ich erstmal überlegen, wie ich eigentlich seinerzeit in den Bann der Computer gezogen wurde. So genau erklären kann ich das nicht, ich erinnere mich nur noch als Kind, dass es für mich aufregend war, als wir den ersten Computer gekauft haben. Das war 1987 oder 1988 und der Atari war in vielen vielen einzelnen Schachteln verteilt. Lustigerweise erinnere ich mich noch gut an die Art der Verpackung, da ich diesen roten Schaumstoff noch nie zuvor gesehen hatte.

Aber zurück zum Thema, wie begeistert man Kinder für Computer? Meine Nichten sind jetzt 11 Jahre alt und laden sich für die Schule Sachen aus dem Internet runter. Emailadressen @familieschuetz.de haben sie auch schon länger. Aber ist das jetzt sinnvoller Umgang mit einem PC? Was ist überhaupt sinnvoll? So im Nachhinein betrachtet habe ich im Laufe der Jahre viel sinnlose Zeit am PC verbracht, z.B. mit der Erstellung einer interaktiven Netzkarte der Münchner U-Bahn. Andererseits hab ich mich dadurch auf einem Gebiet weitergebildet, das mir heute in der Arbeit viel hilft. Auch das sinnlose erstellen meiner ersten Website 1996 oder meine ersten Programmieranläufe um 1990 haben letztlich dazu geführt, dass ich heute nen guten Job in der Branche habe.

Ist also surfen auf Youtube und runterladen von Informationen aus Wikipedia sinnlos? Ich vermag es nicht zu sagen, aber im Grunde ist auch chatten nicht so sinnlos wie es manchmal scheint, man lernt auch hier gelegentlich mal was dazu 🙂

Meine These daher: so richtig sinnlos ist nicht mal das werfen von Schafen in Facebook, man muss die Dinge nur alle etwas hinterfragen und darüber nachdenken, wie man das Wissen darüber vielleicht noch sinnvoll umsetzen könnte 🙂

2 Kommentare zu “Was ist sinnvoll im Netz?”

  1. cohu sagt:

    Den Ausdruck „sinnvoll“ in elterlichen Argumentationen find ich ja immer faszinierend. Meistens, hab ich den Eindruck, wissen die Eltern selber nicht, was sie damit meinen. Da würde man gerne zurückfragen, ob der Papa oder die Mama das, was er/sie selber den ganzen Tag macht, „sinnvoll“ findet. Am Schluss kommt dann irgendwas ganz deprimierendes raus (z.B.: sinnvoll ist, womit man Geld verdienen kann…)- will man solche Kriterien seinen Kindern wirklich antun?
    Ich hätte als Kind, glaub ich, Wikipedia total genial gefunden. Als „Sinnvoll“ hätten meine Eltern das vermutlich auch nicht beurteilt, denn für Studium und Beruf bringt Wissen über Großohr-Springmäuse oder Fiktionale Hunde halt auch nichts. Jedenfalls nicht für einen „sinnvollen“ Beruf 😉

    Deine Interaktive Karte ist doch auf jeden Fall sinnvoll: für andere Leute, die so Informationen über die U-Bahn in übersichtlicher Form abrufen können. Also, so ein Dienst an der Menschheit ist doch immer sinnvoll 😉

  2. FloSch sagt:

    Über die Sinnhaftigkeit von Youtube-Surfen hatte ich’s mit meinem Chef auch, denn was Papa macht, kann für Sohnemann ja auch nicht schlecht sein 😉

    Rumspielen und interssiert neue Dinge ausprobieren ist glaub ich nie verkehrt, solange die Eltern da ein bisschen nen Blick drauf haben. Ganz alleine surfen ist in dem Alter vermutlich auch noch nicht so ganz ungefährlich. Und Kindersicherungen haben in der Regel als erstes die Kinder selber überwunden….

    Die U-Bahn-Karte ist jedenfalls nach der Startseite die am häufigsten aufgerufene Einzelseite, das will wohl schon was heißen.


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