Malerarbeiten, Bahnfahren, Channel Party und Wort zum Sonntag

Autor: Florian Schütz — Sonntag, 7. September 2003 um 13:13 Uhr

Ich bin zwar jetzt wieder zu Hause, aber so richtig zur Ruhe gekommen bin ich noch nicht bisher. Gestern hab ich eine Wand bei mir im Zimmer gestrichen, allerdings nicht mit Farbrolle oder Pinsel sondern mit einem Schwamm. Das gibt ganz interessante Effekte. Ich war mir am Anfang nicht so ganz sicher, ob das was wird (ich hab das vorher auch noch nie gemacht), mittlerweile gefällt’s mir aber eigentlich ganz gut. Vielleicht werd ich in den nächsten Tagen noch eine zweite Wand so verschönern. Denn im Moment sind die Wände hier alle weiß, abgesehen von einzelnen Flecken die ich schon an die Wände gekriegt hab 🙂

Ich war ja in letzter Zeit recht oft mit der Bahn unterwegs, alleine im August hat sich meine neuerworbene BahnCard 50 schon gelohnt. Bahnfahren ist ja auch immer ne schöne Sache, nur einen Schönheitsfehler gibt’s da doch: Verspätungen und die damit verbundene Angst, seine Anschlüsse zu verpassen. Ich hab zwar letzlich alle Züge erreicht, aber jedes Mal nur deswegen, weil der andere Zug auch einige Minuten zu spät dran war. Das geht einem mit der Zeit auf die Nerven. Na ja, aber es hat ja alles geklappt.

Letztes Wochenende war wirklich ein sehr schönes Wochenende. Ich hab dort wie gesagt einige Freunde aus einem Chatroom getroffen, die meisten hab ich auch schon öfter gesehen. Aber dieses Mal war irgendwie alles sehr gemütlich. Auch wenn ich selber manchmal mit meinen Gedanken manchmal woanders war. Ich hab jedenfalls dann sogar noch einen Tag drangehängt und bin zusammen mit dem Kommentator des letzten Beitrags eine Nacht länger geblieben. Danke nochmals den Gastgebern!

Was hab ich in meinem Urlaub denn so alles an Schlagzeilen verpasst. Eigentlich war das fast schon kein richtiges Sommerloch mehr. Ein paar davon werd ich mal kommentieren:

Florida-Rolf ist wohl eine auf den ersten Blick ganz lustige Geschichte. Da sitzt ein deutscher Rentner in Florida und bekommt Sozialhilfe, genauso wie knapp 2000 andere Deutsche auf der ganzen Welt. Das an sich ist ja noch nix so besonderes, aber in einem Sommerloch kann die Bild-Zeitung daraus eine staatstragende Affäre machen, die schließlich zu einer Gesetzesänderung führt. Paradoxer Weg der Gesetzgebung!

Johannes Rau war ja sicher nicht der schillerndste Bundespräsident und seine Abwahl war auch schon weitgehend sicher. Aber die Nachfolgediskussion ist doch des Amtes nicht wirklich würdig. Na ja, ob’s wohl eine Frau wird? Ich glaube, dazu ist die Republik noch nicht bereit.

Stromausfälle sind an sich ja nix ungewöhnliches und kommen immer wieder vor. Wenn jedoch, wie in den USA unlängst geschehen, 70 Millionen Menschen aufgrund eines einzigen Fehlers plötzlich im Dunkeln sitzen, ist was faul im Staate Dänemark (oder vielmehr USA). Ich war ja auch schon einige Male in den USA und hab mir da auch schon so meine Gedanken über das Stromnetz dort gemacht. Dort hängen die Hausleitungen teilweise an Bäumen, da darf man sich nicht wundern, dass nach einem Sturm mal ganze Städte durch Kurzschlüsse lahmgelegt sind. Die USA waren mal das Land mit der größten Elektrifizierungsdichte, vielleicht sind sie es auch immer noch. Aber jetzt rächt sich, dass dort nie in das Netz investiert wurde. Vielleicht lernen die Amerikaner ja jetzt daraus, aber ich glaube es nicht so recht. Dabelju hat ja jetzt die Umweltschutzgesetze aufgehoben, die die Kohle- und Ölkraftwerke zur Luftreinhaltung und damit Drosselung der Leistung verpflichtet haben. Damit wäre der große Blackout aber genauso passiert, es lag nicht an der Menge an Energie, die zur Verfügung steht sondern an den Missständen in der Infrastruktur. Eine Fehlfunktion darf nicht ein ganzes Stromnetz mit in die Tiefe reißen. Redundanz und Fehlersicherheit müssen bei derart wichtigen Einrichtungen oberstes Gebot sein. In Europa gibt’s immer Ringleitungen, Versorgung aus mehreren Richtungen, Vernetzung der Strombetreiber untereinander. Stromausfälle in einer Region werden meist so schnell durch Umschaltung auf andere Versorgungen kompensiert, dass es kaum jemand merkt. Aber jetzt sind die Amerikaner am Zug, ihre marode Infrastruktur zu verbessern. Sonst wird aus dem land of the free bald das land in the dark.

Zu guter letzt: Rudi Völler hat sich gestern auch einen Bock geleistet. Mit seinen Angriffen gegen das ARD-Dreamteam Netzer & Delling hat er sichlich für ordentlich Wirbel gesorgt. Ich kann ihn da auch verstehen, es wird wirklich immer gerne auf der Nationalmannschaft rumgehackt wenn sie ein schlechtes Spiel hatten. Aber so schlecht wie alle immer tun sind sie nun auch wieder nicht, immerhin zweiter Platz in der EM-Qualifikationsgruppe.

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