Eine Reise nach Ägypten

Autor: Florian Schütz — Donnerstag, 16. Oktober 2003 um 13:50 Uhr

Selektive Wahrnehmung ist heutzutage oft anzutreffen. Zwei Leute machen sich über die selben Dinge Gedanken, kommen aber wegen ihrer Wahrnehmungsunterschiede zu komplett anderen Schlüssen. Das fängt bei Dabeljus Kriegsgründen an und hört im häuslichen Streit daheim auf. Leider entstehen dadurch oft Agressionen, die zu schlechter Laune und Gereiztheit der Umwelt gegenÃüber führen können. Darunter haben manchmal unbeteiligte Dritte zu leiden, die eigentlich gar nichts dafür können aber in dem Fall als Ventil dienen. Alles leider sehr bedauerlich.

Vergangene Woche war ich das erste Mal in meinem Leben in der Oper, genauer gesagt im Nationaltheater in München bei einer Aufführung von Händels „Giulio Cesare in Egitto“ (Julius Cäsar in Ägypten). Von 19 Uhr bis etwa 23:20 mit zwei Pausen dauerte die Vorstellung, entgegen meiner anfänglichen Furcht war es aber deutlich kurzweiliger als gedacht, nicht mal die deutschen Übertitel zu den italienischen Gesängen waren störend oder anstrengend. Langweilig war es jedenfalls nur in den Pausen, die waren sicher aber auch gut, 4 Stunden sitzen ist nicht so angenehm. Die Vorstellung war jedenfalls sehr schön wie ich fand, es ist zwar etwas befremdlich, eine Frau als Julius Cäsar zu sehen aber das liegt schlicht und ergreifend am Mangel an Kastraten heutzutage. Zu Händels Zeiten war es häufige Sitte in Knabenchören, sich kastrieren zu lassen um dort auch nach der normalerweise einsetzenden Pubertät singen zu können. Aua, aua sag ich da nur..
Was in der Oper so für Leute rumlaufen ist aber schon interessant. Ich war dort mittelmäßig gut gekleidet mit Hemd, Stoffhose und relativ einfacher Jacke, dennoch liefen da deutlich schlechter gekleidete Leute rum, teilweise auch im heute gängigen Street-Look, also zerrissenen Hosen usw. Auf der anderen Seite waren da auch extremst herausgeputzte Leute in aufwändigen Kleidern und Kostümen. Die müssen ihre tolle Kleidung wohl hin und wieder Gassi führen 🙂 Schön war der niedrige Preis: 8 Euro für eine Karte, die eigentlich 85 Euro kosten müsste. Student sein hat halt schon Vorteile!

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