Eurovision Song Contest 2006

Autor: Florian Schütz — Sonntag, 21. Mai 2006 um 10:57 Uhr

Der Sieger: Finnland
Der Sieger: Finnland

Gestern war es mal wieder soweit, die angeschlossenen Länder der Eurovision Broadcasting Union buhlten um die Gunst der anderen Staaten. Nun ja, aber ob man es wirklich so nennen kann?

Letztenendes war es dieses Jahr wie so oft nur das übliche Zuschanzen von Punkten an die Nachbarn oder liebgewordene Länder. Der Balkan hält zusammen und vergibt untereinander die hohen Punkte, Skandinavien und das halbe Baltikum ebenso, die ehemaligen sowjetischen Staaten… Na ja, es war schon immer so, dass sich Länder gegenseitig Punkte zugeschanzt haben, auch vor den Zeiten des Televotings. Aber mit dem Auseinanderbrechen von Jugoslawien und der Sowjetunion hat sich das Machtgleichgewicht in der EBU deutlich verschoben. Waren Länder wie Irland früher darauf abonniert, zu gewinnen, hat sich die Landkarte jetzt wesentlich weiter in den Osten verschoben. Das ist nichts schlechtes, ganz im Gegenteil. So kommt doch einige Abwechslung in den Grand Prix.

Aber nochmal zu gestern: etwas enttäuscht war ich ja schon wieder über die verkürzte Eurovisions-Hymne. Das Te Deum von Charpentier ist ein viel zu schönes Stück, um es auf zwei Takte verkürzt abzuspielen. So viel Zeit muss sein, um wenigstens das Thema einmal gescheit abzuspielen. Das ging schließlich jahrzehntelang auch.

Die Moderation fand ich gestern ganz gut gelungen, auch die Bühne war nett. Die Lieder waren teilweise nur recht mittelmäßig, aber das gehört dazu. Die Finnen hatten ein grausliges Aussehen, ich wette, dass da einige Rentner in dem Moment abgeschaltet haben. Meine Oma hätte es jedenfalls getan. Ob sie verdient gewonnen haben, weiß ich nicht. Das Aussehen war jedenfalls aufsehenerregend, das hätte einem vor 10 Jahren auch keiner geglaubt, dass der Sieger des Schlager-Grand-Prixs 2006 so ausschaut. Martin hatte ja schon zuvor auf ihren Sieg getippt. Mir persönlich hat das Lied nicht gefallen, aber das ist Geschmackssache.

Was ich gestern aber wirklich sehr schade fand war der verkürzte Punkteerhebungsprozess. Genau das war es doch immer, was ich so toll daran fand. Man schaltete durch alle Länder Europas, hielt einen kurzen Plausch mit den mehr oder minder des englischen oder französischen mächtigen Moderatoren des Landes und durfte sich 10 Ländernamen auf englisch anhören. „Allemagne douze points“ fiel gestern zwar sowieso nie, aber „Chypre cinq points“ hab ich echt vermisst. Aber der Knüller war ja noch, dass vor Beginn der Schaltorgie durch Europa bereits zugegeben wurde, dass das vollkommen unnütz war, da das Ergebnis der EBU bereits bekannt war. Nein, liebe EBU, das müsst ihr nochmal überdenken. Ich will das alte Prozedere zurück!

Auf dem Rücken der Pferde liegt bekanntlich das Glück der Erde, ob sich Thomas Herrmanns das für seine Bekanntgabe des deutschen Ergebnisses auch gedacht hat? Ich hab jedenfalls herzlich darüber gelacht muss ich sagen 🙂

Um mal ein kleines Fazit zu ziehen: es war wie immer ein netter Abend, allerdings mit ein paar Abstrichen. Die Punktevergabe möchte ich wirklich zurück! Auch wenn’s bis 1 Uhr nachts dauert!

PS: Das kommentieren der Beiträge hier war vorrübergehend wegen Spam-Problemen abgestellt. Ich hoffe, ich hab sie jetzt einigermaßen im Griff, somit geht das jetzt wieder. Allerdings muss man jetzt für einen Kommentar noch einen kurzen Code aus dem nebenstehenden Bild abtippen. Ansonsten war es mit dem ganzen Spam aber kaum mehr auszuhalten – leider!

Keine Kommenatre zu “Eurovision Song Contest 2006”

  1. Ben sagt:

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, ich war auf eine Feier eingeladen.

    Ich habe mir allerdings über die Hälfte der Lieder hier angehört. Mir sind größtenteils die Füße eingeschlafen. Da waren nur wenige Songs, die mir zugesagt haben. Den ukrainischen Song fand ich ganz fetzig (da hätte ich auch ganz gerne die Performance gesehen…). Der finnische Beitrag erinnerete mich an meine rund 20 Jahre zrückliegende Heavy-Metal-Zeit. „No no never“ war musikalisch sehr gut – sicher das beste, was deutschland in den letzten jahren zu bieten hatte.

    aber die Performance ist natürlich wichtig – und die scheint wohl den Ausschlag gegeben zu haben…

  2. Lykantroph sagt:

    Hi!

    Zwar ziemlich alter Hut schon aber ich damals beim Song Contest habe ich in Garten zu zweit also meine Freundin und ich die Sendung verfolgt, gegrillt, und mit einer Flasche Wein auch auf Lordi angestossen. Endlich mal eine Band die die Mädchen und blöckenden Zicklein in die Hölle befordert haben!

    Metal Rulez und schweflige Grüsse aus Vienna


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