SPD? Gibt’s die noch?

Autor: Florian Schütz — Samstag, 21. Juni 2008 um 17:05 Uhr

Wer hätte denn nach dem katastrophalen zweiten Vorrundenspiel gedacht, dass die Nationalmannschaft gegen Portugal auch nur den Hauch einer Chance hat… Aber da kann man sich gewaltig irren wie man gesehen hat. Gestern bei Kroatien-Türkei hab ich mich auch geirrt, als ich nach dem Tor in der 118. den Kroaten schon gratulieren wollte. Manchmal kommt es dann doch anders, als man denkt.

Ob sich die Presse bei Kurt Beck auch so irrt? Die SPD dümpelt auf rekordverdächtig schlechten Umfragewerten und selbst die LINKE, die nun auch nicht gerade durch positive Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht, profitiert davon. Der große Vorsitzende der SPD meint, alle Kritik mit seinem dicken Fell absorbieren zu können und bewegt sich kein bisschen, wird in der Bevölkerung und in der Partei immer unbeliebter. Jetzt hegen Steinmeier-Anhänger offenbar schon Putschabsichten und wollen Frank-Walter deutlich früher in eine bessere Ausgangsposition zur Kanzlerkandidatur bringen als man das vielleicht erwartet hätte. Die Frage ist wirklich, wie lange die SPD dieses jämmerliche Bild noch abgeben kann, das sie derzeit abliefert, ohne dauerhaften Schaden zu nehmen. Nach Schröders unrühmlichen Abgang wurde die Chance vertan, einmal gründlich aufzuräumen und sich neu zu sortieren. Stattdessen wurden Vorsitzende in Masse verschlissen. Müntefering, Platzeck und jetzt wohl bald Beck haben sich in kurzer Folge und teilweise nach innerparteilichen Machtkämpfen abgelöst. Wer wählt jemand noch, der sich nicht mal intern einig ist?

1 Kommentar zu “SPD? Gibt’s die noch?”

  1. Woodpeckar sagt:

    Respekt, die FloSch’sche Kistallkugel hat das Mindesthaltbarkeitsdatum von Kurt Beck („und jetzt wohl bald Beck“) richtig angezeigt :-))
    Nachdem Kurt Beck als Parteivorsitzender heute zurückgetreten ist, sehe ich für die SPD durchaus die Chance, sich neu zu stabilisieren. Insbesondere, wenn Franz Müntefering wieder den Parteivorsitz übernimmt.
    Ob sich das in letzter Zeit bei der Wählerschaft zerschlagene Porzellan allerdings rechtzeitig und mittelfristig spurlos kitten lässt, bleibt zweifelhaft.


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