🇧🇬 Sibiu, Craiova und Vidin

4. September 2023

Der zweite Abschnitt unseres diesjährigen Sommerurlaubs führt von über Sibiu und Craiova in Rumänien nach Vidin – nun auch wirklich in Bulgarien.

Wie im vorigen Abschnitt am Ende erwähnt, verließen wir Medias mit einem Desiro-Dieseltriebwagen in Richtung Sibiu. Die Züge der CFR-Baureihe 96 sind in einem teilweise wirklich erschreckenden Zustand. Wir sind insgesamt mit drei Exemplaren gefahren, bei allen waren Sprünge oder gar Löcher in den Scheiben ganz normal.

Nach 16-20 Betriebsjahren sehen die ZĂĽge auch innen ĂĽbel aus, eine Grundreinigung wĂĽrde ihnen wirklich gut tun. Auch dĂĽrfte der Gleiszustand den ZĂĽgen sehr zugesetzt haben, es war jedenfalls schon etwas schaukelig darin.

Einen Vorteil hatte das Loch in der Scheibe allerdings: Fotos nach drauĂźen sehen wesentlich besser aus als durch die dreckige Scheibe!

Sibiu

Unseren Umsteigehalt Sibiu erreichten wir nach 1h40 Fahrzeit relativ flott. Der Zug war relativ gut belegt, obwohl ja kurz zuvor erst ein weiterer Zug eines anderen Anbieters gefahren war.

In Sibiu hatten wir dann gut 1,5 Stunden Zeit, um uns ein wenig die Stadt anzuschauen und etwas zu essen und trinken.

Ich mache ja gerne auf Zugfahrten solche Halte für eine kurze Express-Besichtigung von Innenstädten. Sibiu hätte sicher noch deutlich mehr zu bieten, aber der kurze Abstecher in die Altstadt hat uns auf jeden Fall Spaß gemacht.

Im ehemaligen Hermannstadt merkt man auch das deutsche Erbe an vielen Stellen, angefangen bei Gullideckeln und Namen von Restaurants, Geschäften und Gebäuden.

Weiter nach Craiova

Um 15:45 Uhr setzten wir uns dann abermals in einen Desiro für die Weiterfahrt nach Craiova, was wir nach gut 5 Stunden um 20:58 Uhr erreichten. Hier war der Zug zu Beginn extrem gut gefüllt, eigentlich jeder Platz war belegt und zahlreiche Fahrgäste mussten stehen. Gegen Ende der Fahrt sollte sich das noch etwas leeren.

Wir waren (zum GlĂĽck) in der ersten Klasse unterwegs, wo man zwar dieselben Sitze hat, aber dafĂĽr mehr Platz (nur 2+1 Bestuhlung). Und in diesem Fall sogar auch mit Sitzplatzreservierung, was auch ganz gut war.

Die Fahrt war trotz der Länge recht abwechslungsreich, es gab sehr unterschiedliche Aussichten während der Fahrt. Von schluchtartigen Abschnitten bis hin zu totalem Flachland war alles dabei. Und auch allerlei heute brachstehende Industriebauten.

Craiova

In Craiova blieb uns dann auch nicht mehr so viel Zeit abends, schnell in die Unterkunft (ein kleines Apartment) und dann nochmal in die Stadt, Abendessen.

Die Pesa-Straßenbahn konnte ich fotografisch leider nicht festhalten, dafür aber ein paar Eindrücke in der nächtlichen Innenstadt und am nächsten morgen am Bahnhof. Dort stiegen wir schon um 8:15 Uhr in einen weiteren der 120 Desiros der rumänischen Staatsbahn CFR ein, um dann schließlich in Richtung Vidin nach Bulgarien weiter zu reisen.

Der Bahnhof in Craiova bot uns aber noch eine kleine Ăśberraschung: ein DB-Logo. Offenbar hat DB Cargo Romania dort eine Einsatzstelle.

Weiter nach Vidin

Gut drei Stunden Fahrt durch ziemlich eintönige Landschaften der Donau-Ebene brachten uns dann um 11:23 Uhr nach Vidin. Bis vor einigen Jahren musste man, um dorthin zu gelangen, noch eine Fähre über die Donau nehmen. Mittlerweile gibt es dort aber eine kombinierte Straßen- und Bahnbrücke, über die das deutlich einfacher gelingt.

Der größte Teil der Fahrt war allerdings mit ruckelndem Tempo 30-50, erst auf dem neu gebauten Abschnitt ab Golenti konnte der Desiro dann mal seine 120 km/h ausfahren.

Viel los war in diesem Zug nicht, über die Grenze sind keine 15 Leute gefahren. Und dazwischen war auch nicht allzu viel los, dafür ist in der Gegend einfach auch viel zu wenig Besiedlung. Dennoch stehen dort teilweise recht hübsche Bahnhöfe, die auch gut in Schuss sind. Andere sind dafür gänzlich verlassen oder haben nicht mal ein Bahnhofsgebäude, nur ein bisschen Schotter als Bahnsteig. Oder nur eine ehemalige Kolchose, für die es auch mal einige Ladegleise gab, die heute total eingewachsen sind.

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